Burnout

Als Burnout bezeichnet man die körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung infolge einer dauerhaften Be- bzw. Überlastung. Oft wird Burnout als Synonym für eine Depression bei sonst sehr aktiven Personen verwendet. Von einer Depression spricht man, wenn eine Person traurig, antriebslos und interessenlos zugleich ist. Ein Burnout kann sich aber auch über körperliche Gebrechen, plötzlich auftretenden irrationale Ängste bzw. Panikattacken bemerkbar machen.

Eine Heilpraktikerin erklärte mir, dass jeder Mensch mit einer Art inneren Batterie ausgestattet ist. Stress, Probleme, Arbeit, schlechte Ernährung etc. verbrauchen Energie, wohingegen Entspannung, Freude, Sport, gute Ernährung die Batterie aufladen. Die Höhe des Verbrauchs und die Ladegeschwindigkeit bzw. -kapazität ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Allen gleich ist, dass die Energie der Batterie nicht unerschöpflich ist. Ist die Batterie leer, stellt der Körper auch die Kompensation aller physischen Baustellen ein. Deshalb kann es, wie in meinem Fall, dazu kommen, dass man auf einen Schlag Probleme mit Herz, Rücken, Augen, Hormonen bekommt. Im Zustand der Erschöpfung steckt man diese Beeinträchtigungen sehr schlecht weg, so dass auch die Psyche verrückt spielt. Noch belastender wird die Situation, wenn man keine Erklärung oder Hilfe findet.

Obwohl das deutsche Gesundheitssystem hervorragend ist, fällt man mit einem Burnout in eine Lücke. Der Allgemeinmediziner stellt die psychische Ursache bestenfalls im Ausschlussverfahren fest, kann aber in den seltensten Fällen den kausalen Zusammenhang erläutern. Beim Patient bleibt das Gefühl gerade für verrückt erklärt worden zu sein. Es folgt die Überweisung an den Psychiater, der auf das Finden des richtigen Medikamentes spezialisiert ist, zu den körperlichen Beschwerden aber keine Stellung bezieht, da es nicht sein Gebiet ist. Der Psychotherapeut ist kein Mediziner und hält sich deshalb ebenfalls aus der Erläuterung der Zusammenhänge raus. Das Problem dabei ist, dass die körperlichen Beschwerden ein Dauertrigger sind. Solange man keine plausible Erklärung hat, bleibt die Angst vor einer schlimmen Krankheit, die von den Ärzten erst dann ernst genommen wird, wenn es zu spät ist. Das wiederum verstärkt die mentalen Probleme. Ein Teufelskreis.

Bei den wissenschaftlichen Erklärungsansätzen für ein Burnout gehen die Meinungen etwas auseinander und auch die Symptome sind breit gestreut.